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NSA spioniert

Vielleicht überrascht es den einen mehr, den anderen weniger, aber angeblich hat der Geheimdienst NSA auch in Onlinespielen wie Second Life und World of Warcraft spioniert. Angeblich sollen Dokumente von Whistleblower Edward Snowden belegen, dass die Spitzel auch in einigen MMOs unterwegs waren.

Wenn eine Gilde einen Überfall auf ein Gebäude geplant hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass dies auch im echten Leben so gedacht war. Dennoch ging die NSA davon aus, dass sich Terroristen in MMORPGs treffen wollten, um hier ungestört ihre Pläne besprechen zu können. Das wollte man natürlich mit allen Mitteln verhindern. Blizzard hat sich inzwischen schon dazu geäußert und gab an, dass man keinerlei Kenntnisse über diese Bespitzelungsaktionen hatte. Die NSA war aber nicht nur in MMORPGs unterwegs, man überwachte beispielsweise auch den Live-Dienst von Microsoft.

Es könnte also durchaus sein, dass sehr viele Spieler von MMORPGs und auch Nutzer von Microsofts Live-Dienst Opfer dieser Überwachung und Bespitzelung geworden sind, ohne überhaupt etwas davon mitbekommen zu haben. Wie weit diese Abhör-Sache noch geht, ist aktuell nicht abzuschätzen.

Man wollte unter anderem verhindern, dass sich terroristische Vereinigungen dort organisieren und um kriminelle Geldtransfers zu unterbinden. So konnte durch die Spionage ein krimineller Ring, der im Spiel Second Life gestohlene Kreditkarten verkaufte, gesprengt werden. Doch ob ein gesprengter, krimineller Ring die flächendeckende Spionage rechtfertigen kann, ist zu bezweifeln. Blizzard äußerte sich indes zu den veröffentlichten Fakten und erklärte, dass es keinerlei Kooperation zwischen ihnen und der NSA gebe. Microsoft schweigt jedoch bis jetzt dazu.

Dank der NSA-Spionage konnten in mehr als 20 Staaten mehr als 50 potenzielle Terroranschläge verhindert werden. Das hat NSA-Chef Keith Alexander in einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus erklärt. Mindestens zehn davon hätten eine Gefahr für die USA selbst bedeutet. Die Überwachungsprogramme der NSA seien bei der Verteidigung gegen diese Gefahren entscheidend gewesen.